Thirsty Data-center: on the rhetorics of digital waters

Sowohl die digitale als auch die analoge Welt basieren auf Wasser. Für die digitale Cloud – ein Netzwerk von Servern – wird Wasser benötigt, um schnelle Streamingzeiten zu gewährleisten, Rechenzentrumsserver zu kühlen und Strom zu liefern. Das für diesen Prozess benötigte Wasser wird aufgefangen, erwärmt, gekühlt und wieder in den Wasserkreislauf zurückgeführt, wodurch es beeinflusst wird.

Am 15. März erhoben Schüler_innen aus der ganzen Welt ihre Stimme gegen den Klimawandel, eine bevorstehende Krise, die Politiker offenbar kaum sehen können. Das Thema, das von Greta Thunberg, einem 16-jährigen Mädchen, das jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament demonstriert und die Regierung auffordert, Sofortmaßnahmen zur Beendigung der Klimakrise zu ergreifen, wird immer wichtiger.
Dennoch entwickelt nicht nur die Zivilgesellschaft eine Sensibilität für die Umwelt. In den letzten Jahren haben sich auch große Unternehmen darauf konzentriert, ihre Produkte einem “grüneren” Ansatz anzupassen. Dies zeigt sich vor allem in den Regalen der Supermärkte, wo die Produkte immer mehr als “ohne Palmöl”, “55% weniger Fett”, “in biologisch abbaubarem Kunststoff verpackt” und schließlich mit dem Logo “vegan-safe” gekennzeichnet werden, das auf offensichtlich veganen Produkten wie Reis erscheint. Leider verweisen diese Marketinggewohnheiten nicht nur auf den Umweltaktivismus, sonder könnten auch als Praktiken des “Green Washing” beschrieben werden, einer Form der Propaganda, bei der “Green Marketing” trügerisch eingesetzt wird, um die Wahrnehmung zu fördern, die Produkte, Ziele oder Richtlinien einer Organisation seien umweltfreundlich.
Was jedoch noch nicht genug diskutiert wird, ist, dass die digitale Welt und ein Großteil des Internets auch ihren “grüneren” Ansatz betonen. Die großen Giganten des Webs investieren Millionen Dollar in “100% grüne Rechenzentren”, wodurch sie viel respektvoller gegenüber der Umwelt aussehen. Was jedoch vergessen wird, ist die Allmacht und das Monopol, das sie selbst ausüben4, und dass ihre Geschäftsmodelle oft überhaupt nicht einer Idee von Nachhaltigkeit entsprechen, die sie zu unterstützen vorgeben: mehr Daten = mehr Strom, mehr Wärme, mehr CO2 …

Research: Social Bots – automatisierte Meinungsmache des 21. Jahrhunderts

Bots, in Kürze Software-Roboter existieren seit es Computer gibt. Das erste Beispiel eines Bots, der mit einem Algorithmus so designed war, dass er einer Unterhaltung folgen konnte, wurde von Alan Turing in den 50iger Jahren erfunden.  Der Traum, einen Computeralgorithmus so zu programmieren, dass er den sogenannten Turingtest besteht, hat die Forschung der “artificial intelligence” seit Dekaden angetrieben.  Seit Weizbaum’s Programm ELIZA, das über Skripte verschiedene Gesprächspartner simulieren kann und wie ein Psychotherapeut antwortet, haben sich viele Dinge geändert. Heute, in unserem Social Media Ökosystem, wo hunderte Millionen Individuen unterschiedliche Interessen verfolgen, einschließlich Wirtschaftliche und Politische, steigen die Anreize Algorithmen zu schaffen, die sich “menschlich” verhalten. Die letzten paar Jahre bevölkern soziale Bots Medienplattformen, wie Twitter, Facebook und Instagram und beeinflußen mehr oder weniger Meinungen zu politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Themen.

Research Lab 2015

Behind the Smart World
Im ersten “Art Meets Radical Openness Forschungslabor” kuratierte Uschi Reiter von servus.at, das in Linz ansässige Künstlerduo Andreas Zingerle und Linda Kronman. Über die Dauer von einem Jahr bot servus.at die Möglichkeit künstlerische Forschungsfragen vertieftend weiterzuentwickeln und den gesamten Prozess unterstützend zu begleiten .

Die beiden Künstler_innen haben 2014 die weltgrößte Elektroschrotthalle „Agbogbloshie“ in Ghana besucht und 22 Laptop- und Computerfestplatten gekauft. Diese 22 Festplatten waren Ausgangspunkt und Rohmaterial für die künstlerische Forschung im Rahmen dieser Residency.

Dokumentation:  http://publications.servus.at
Research Blog: http://research.radical-openness.org/2015